Ein Blog schreiben

Ich habe schon länger darüber nachgedacht, einen Blog zu schreiben. Dabei gibt es mindestens drei gute Gründe es nicht zu tun:

  1. Es benötigt Zeit.
  2. Die Welt braucht es nicht.
  3. Ich schreibe sowieso nicht weiter daran.

Außerdem bin ich (zumindest abstrakt, in der Praxis ist das nicht meine Stärke) der Meinung, dass man nur etwas sagen (oder in diesem Fall schreiben) sollte, wenn man auch etwas zu sagen hat. Letzteres Problem lässt sich dadurch einschränken, dass ich allen Lesenden nur wärmstens empfehle, die Lektüre sofort einzustellen, wenn es sich nicht mehr lohnt.

Mein Mitbewohner zitiert gerne einen Professor mit „Writing tells you how good your thinking is.“ Ich habe einfach Momente in denen mir viele Gedanken und Fragen durch den Kopf fleuchen. Meine erste Hoffnung ist, dass sie aufzuschreiben dabei hilft meinen Denkprozess zu strukturieren. Wenn das der einen oder dem anderen als Denkanstoß dient oder zum Amüsement gereicht, wäre dies natürlich umso schöner. Meine zweite Hoffnung ist, dass mich jemand auf meine Gedanken anspricht, Ideen hat um meine Fragen zu beantworten oder - noch besser - mir die Augen dafür öffnet, wie falsch ich doch liege. Letzteres kommt natürlichweise andauernd vor, sobald ich einen Gedanken produziere; ein weiterer Grund, warum ich Hemmungen habe, dies in Textform zu tun. Andererseits vielleicht ein heilsamer Prozess, um mir vor Augen zu führen, wie wirr ich doch bin.

Insofern bitte ich darum meine Worte hier nicht zu ernst zu nehmen, auch wenn ich sie im Moment so meine. Ich hoffe, dass ich zu jedem Zeitpunkt schon bald etwas schlaueres denken werde, als ich gerade schreibe.

Zu meinen ursprünglichen Punkten zurück:

  1. Ich finde Denken wichtig, dafür muss man sich die Zeit halt nehmen.
  2. Die Welt braucht dieses Blog tatsächlich nicht, aber das ist nur kein Argument dafür, nicht eines dagegen.
  3. Ich schreibe, wenn und wann ich Lust habe. Wenn es bei zwei Posts bleibt, habe ich halt nur zwei geschrieben, das ist besser als nichts. Ich würde mich nicht auf regelmäßige Updates einstellen.

Ein Hinweis noch: Natürlich äußere ich in diesem Blog viele Gedanken, die nicht von mir sind. Leider führe ich für mein Weltbild nicht mein Leben lang ein Quellenverzeichnis. Ich erhebe hier überhaupt nicht den Anspruch, etwas Neues zu schreiben. Es ist einfach nur das, was ich denke …

Update: Man hat mir einen Link zu dem Zitat oben zukommen lassen. Es lautete eigentlich: “writing is nature’s way of showing you how fuzzy your thinking is.”

(Vielen Dank, Benjamin!)

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